Denkt einer auch mal an die Kinder !?

|





Der Bär war nie ernst gemeint. Das kann ich einfach nicht glauben. 
Geldnot, Produktionskosten, Zeitreserve oder Ideenlosigkeit, ja sogar böse Ironie (gegnüber kleinen Kindern, wohlgemerkt!). Aber wirklich mit der Figur morgens für Spass sorgen, das konnte nicht ernst gemeint sein. Das war Slapstick.


Ich glaub die haben nicht erwartet, dass deren Showkonzept tatsächlich von RTL genommen wird.
Das war doch nichts.
Ja gut, es reichte für diese Zeit. Denn wenn man einen verlässlichen Index heranziehen möchte, dann ist es immer das Geld. Und vergleicht man die Kinderfernsehwerbung zu der Zeit, naja, dann kommt man schnell zu dem Schluß: Werbung ist ein guter Index und der Bär war angesagt.

Der Bär hatte eine Trinkerstimme. Möchten die mir also sagen, der Bär sei Trinker?
Das war so Scheiße, es hat die Langeweile aus meinen Poren getrieben, es war eine Qual.
Ich bin zergangen. Ich brauchte Action und und zwar gezeichnete. Der Bär war so gut, als hätte ich mir auf den großen Zeh gestarrt.



Dazu der Weltenrichter:   Das war komplett ernstgemeint. Der Lilalaunebär war der Grundstein meiner Prokrastination. Man konnte das nicht gucken und nachher nicht den Eindruck haben etwas verpasst zu haben.

ALL GLORY TO THE HYPNOTOAD

Aber "das Fernsehen" war Hypnotoad für mich. Meine Augen klebten an der Mattscheibe, bis sich mein Gehirn mit ca. 11 Jahren entwickelte. und die anderen Körperteile dann auch, damit man wegkriechen konnte, wenn das Mittagsprogramm oder die verantwortliche Erziehungsperson kam.
Sicher denken jetzt viele, der hat seine Jugend verdorben, der hat seine Jugend verdorben und der hat hat hat. Hat er nicht. - Aber ich kann folgende Schlüsse für mich daraus ziehen:


  • A) Ich kann heute lange vor einem Bildschirm sitzen
    Mögen die Hater auch speien, aber ich habe mich zwar nicht fürs Stillsitzen qualifiziert, aber fürs Durchhalten. Heutzutage sind 6 bis 10 Stunden "vorm Schirm" kein Problem. Das Dekubitalgeschwür wird durch das fehlende Stillsitzen ausbleiben, der Rest ist Training. Für einen Job am Rechner bin also bestens gerüstet. Nicht nur deswegen sehe ich das als Investition in die Zukunft.

  • B) Ich habe genug Fernsehen für mein Leben vorweggenommen
    Ich besitze keine Fernseher. Naja, irgendwo steht bestimmt auf einem fernen Dachboden ein Gerät von Sharp, welches man mein Eigentum nennen kann, aber ich habe es das letzte mal mit eigenen Augenen gesehen, als der Fernsehempfang noch terrestrisch war. Geneigten Bloglesern werde ich nicht den Vorteil dieses Stichpunktes erklären. So wie ich auch Anfragen, ob ich dieses oder jenes "gestern im Fernsehen" betrachtet hätte, selten bejahend begegnen kann. Internet killed the TV-Star, oh my brothers.

  • C) Der Bär war ein Trinker
    Was sich zweifelsohnean Indizien beweisen lässt: Die Sendung spielt, wie ihre Sendezeit morgens und straight-edge-Metti gibt dem verkaterten Bär stetig genug Reibfläche, damit Unmut, Verpeiltheit und Stimmungstief (euphemistisch: "Launebär") wie netter Slapstick wirken. Was für Kinder der verklärte Bär mit hohem Identifikationspotential sein sollte, ar in Wirklichkeit Spiegeltrinker in den Werbeunterbrechungen. 

Update: XKCD.com hat sich darüber Gedanken gemacht und eine nette Grafik erstellt.


1 Kommentare:

Dan hat gesagt…

Inzwischen besitze ich Sonys Oberklassemodell von der Zeit vor den Flachbildschirmen. So ein 7000,-DM Monster, welches damals mit der scheinbar wegweisenden Technologie der Rückprojektion auf HD-Qualität kam. So ein 55 Zoll Biest, welches einen Anschluß an das terrestrische Fernsehen hat und mein Lieblingskanal ist Comedy Central, 3 Sat und Arte. Obwohl ich Arte eigentlich immer nur aus deren Arte+7 Mediathek schaue, weil ich ja niemals zu irgendeiner Uhrzeit wirklich den anfang einer Sendung schaffe. Das ist ja völlig utopisch!

Kommentar veröffentlichen